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An Jonas Fränkel 3.10.1937

Es ist ja immer so: dass die Verleger ihre Setzer, Korrektoren, Maschinenmeister, Papier- und Farblieferanten usw. auf Termin bezahlen müssen, anders das Betreibungs- oder das Gewerbegericht unverzüglich einsetzt, das ist ihnen so geläufig, dass sie sich gar nicht daran stossen, obwohl sie nur teilweise Löhne und Preise bestimmen. Nur gegenüber dem, der die Initial- und Hauptarbeit leistet, zum voraus, auf eigene Rechnung und Gefahr, monate- und jahrelang, dem drückt man den Preis und den bezahlt man erst oder schlecht, wenn es überhaupt nicht mehr zu vermeiden ist. Und unser Schweizerischer Schriftstellerverein, der heuer 25 Jahre alt wird, und den mitgegründet zu haben ich mir auf dem Sterbebett kaum verzeihen werde, hat es in dieser langen Zeit nicht dazu gebracht, Wandel zu schaffen, weil er zu mehr als neun Zehnteln nicht aus freien Schriftstellern, sondern aus Schulmeistern und andern Festbesoldeten zusammengesetzt ist: nämlich aus Journalisten, Redaktoren, Beamten, usw. die nicht unbedingt auf ihre schriftstellerischen Einnahmen angewiesen sind. Unser Schrifttum schaut aber auch danach aus.
Ich war der erste und lange Zeit der einzige, der unbekümmert darum, ob es mir schade oder nicht, dagegen ankämpfte. Dafür komme ich in meinen alten Tagen ins Armenhaus und das Gute, das ich allenfalls hätte leisten können, bleibt ungetan. – Et voilà notre sort!


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02.07.06.b