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DEN VERRÄTERN

Trauer, Schrecken und Verzweiflung
Weisen eure schlaffen Züge:
Ach, nun schlottert ihr erbärmlich,
Ratlos, wehrlos und verzagt!

Was ihr euch gesichert wähntet,
-Freiheit, Eigentum und Leben, -
Die euch schienen selbstverständlich,
Sind bedenklich heut bedroht.

Es erstanden wilde Horden
Frech zum Trug, zum Raub, zum Morde: -
Sonder Mitleid noch Gewissen
Bieten Jammer sie und Tod.

Hinterlistig, machtbesoffen,
Jeglich Recht mit Füssen tretend,
Roh, gewaltsam, niederträchtig
Unterjochen sie die Welt.

Ganze Länder auszumorden,
Auszuplündern alle Völker
Und sie schändlich zu versklaven
Ist ihr grauenvolles Ziel!

Viel ist ihnen schon gelungen,
Und noch sind sie nicht am Ende
Ihres Wütens; täglich fliesset
Neues Blut, keimt neue Not.

Und nun würgt euch an der Kehle
Mählich fieberndes Entsetzen; -
Blass, verängstigt, tief erschüttert
Schaut ihr euch nach Rettung um.


Doch solange die Verbrecher
Unsre Nachbarn bloss bedrängten,
Andre, ferne Opfer würgten,
Schautet ihr gelassen zu.

Habt euch nicht darob entrüstet,
Habt die Rohmacht stets gebilligt,
Ja, ihr gar noch zugejubelt
Schmählich, niederträchtig feig!

Wart gewarnt zwar seit Jahrzehnten,
Doch ihr folgtet nicht den Warnern;
Habt gestäupt sie und verleumdet,
Blind verachtet ihren Rat,

Denn ihr wittertet Erfölglein
Und Profitchen, weil ihr wähntet
Mit den Räubern, die da meucheln
Einst zu teilen Beut und Macht.

Heute greint ihr, Helfershelfer
Der Banditen, die euch narrten,
Nun an euren Kragen greifend,
Überschüttend euch mit Hohn.

Wie die Saat, so ist die Ernte!
Mögt nun noch so kläglich winseln,
Grinst Verachtung euch entgegen,
Wie ihr anders nicht verdient!

Fluch und Brandmal euch Verrätern
An den höchsten Menschengütern,
An dem Rechte, an der Wahrheit!
Schmach und Schande über euch!


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02.04.e