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den 11.April 1929

Herrn Dr. A l b e r t W a n d e r
Villa Bernau
Wabern.


Sehr geehrter Herr Doctor, durch Krankheit, Verlegerkrisen und allerhand missliche Umstände bin ich in eine derart bedrängte Lage geraten, dass, wenn mir nicht sofortige Hilfe wird, mir schlechterdings nichts übrig bleibt, als mich an die öffentliche Armenpflege zu wenden.
Eine Reihe schriftstellerischer Werke, die zum Teil vollständig, zum Teil nahezu druckfertig sind, kann ich vorderhand nicht realisieren und bis dahin kann ich unmöglich mehr warten.
Nun besitze ich unter anderen zwei Gemälde von Amiet, das eine ein Selbstbildnis, das andere eine Landschaft von der Oschwand, die zusammen einen Wert von 3600 bis 4000.—frs. darstellen mögen. Es sind alle beide Werke, die sich sehen lassen dürfen und jeder Privatsammlung zur Zierde gereichen werden.
Ich erlaube mir nun die höfliche Anfrage, ob Sie gegebenenfalles gewillt wären, die beiden Werke zu erwerben, oder aber, sie mir mit 3000.—frs. zu belehnen, in der Meinung, dass ich sie, wenn wieder bessere Zeiten für mich eintreten, wieder auslösen könnte.
Ich bitte Sie höflich, sehr geehrter Herr Doctor, meinen, wirklich nur von dringender Not diktierten Überfall freundlich zu entschuldigen und begrüsse Sie, in der angenehmen Erwartung Ihrer gefälligen Antwort mit dem Ausdruck meines verbindlichen Dankes zuvor und dem meiner vollkommenen
Hochachtung.

C. A. Loosli





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